Nach anderthalb Tagen in Dar ging es dann am nächsten Morgen
mit dem Bus weiter nach Ifakara. Auf meinem Ticket stand 7 Uhr Abfahrt. Bei der
Umrechnung von Swahilizeit in „unsere“ Zeitangabe (hier wird ab Sonnenaufgang
gerechnet, d.h. 6 Uhr morgens bei uns ist 0 Uhr Swahilizeit) war dem
Ticketaussteller wohl ein Rechenfehler unterlaufen. So erschien ich eine gute
halbe Stunde zu spät am Busbahnhof. Glücklicherweise gab es Verzögerungen und
ich und mein Gepäck konnten den Bus dank eines flinken Gepäckträgers noch
erreichen. Bei aller anzutreffenden Gemütlichkeit im sonstigen Alltag, verstehen die Busfahrer und Begleitpersonal
der Fernbusse keinen Spaß, verbreiten bei Ein- und Ausstieg sowie Pausen
geradezu unglaubliche Hetze und werden ganz schön ungeduldig, wenn man etwas
langsam ist.
So saß ich dann schließlich in einem Bus der schlechteren
Sorte und musste mich selbst im Sitzen gut festhalten um bei Schlaglöchern und
Bremshügeln nicht vom Sitz zu fliegen. Die Fahrt führt von Dar über Morogoro,
ein Stück durch den Mikumi Nationalpark (wo Zebras, Giraffen und Antilopen vom
Bus aus zu sehen sind) und dann von der Hauptstraße ab nach Ifakara. Es geht
eine ganze Zeit lang über ungeteerte Straßen (was das Fahrttempo nur leicht
beeinträchtigt) durch viele Dörfer und den „Busch“ bis man dann plötzlich
wieder Teer unter den Reifen hat und in der Oase Ifakara: relativ belebt,
mehrere Straßen, Geschäfte, Restaurants und Gästehäuser sowie auch einem
Krankenhaus. Mein eigentliches Reiseziel war aber Lugala. Allerdings war das an
diesem Tag nicht mehr zu erreichen, da die Straße zur Regenzeit, die nun
langsam beginnt, schlecht befahrbar ist und die Fahrt dann zwischen vier und
sechs Stunden dauern kann (oder auch noch länger, so Gott will…).
So wurde ich am Busbahnhof in Ifakara freundlicherweise von
Sandra von PSF Schweiz empfangen, die in Lugala ein Projekt haben. Lugala ist
auch eines der Krankenhäuser im AMREF Outreach, weshalb die Apotheke auch auf
unserer Liste steht. Da keine Notwendigkeit zu zwei ähnlichen Projekten an
gleicher Stelle besteht, hatte ich die Schweizer Gruppe kontaktiert und wurde eingeladen,
mir die Arbeit dort anzuschauen. Lugala ist wohl das abgelegenste Krankenhaus,
das ich bisher besucht habe. Die Fahrt von Ifakara führt mit einer Fähre über
den Kilombero River und dann nochmal etwa 150km über ungeteerte Straßen und
durch viele kleine Dörfer. Lugala selbst besteht eigentlich nur aus dem
Krankenhaus und den dazugehörigen Häusern der Angestellten. Der nächste Ort Malinyi
besteht aus drei Straßen, immerhin ein paar kleinen Geschäften (mit sehr limitierter
Auswahl), einem Markt (mit ebenfalls limitierter Auswahl) und sogar zwei Bars
ist 3km entfernt. Es erscheint einem wie ein kleiner Mikrokosmos dort.
Seit 2011 ist PSF Schweiz hier aktiv. Sie arbeiten ebenfalls
an der Verbesserung des Lagermanagements, u.a. auch mit der Einführung einer
Software. Diese ist nun seit einigen Monaten in Betrieb und wird von den
Mitarbeitern gut angenommen. Sandra ist als freiwillige Apothekerin für mehrere
Monate vor Ort und arbeitet in der Apotheke mit. Ich begleitete sie einen Tag
bei der Arbeit, nahm am Morgenmeeting der Ärzte teil und besuchte die
verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses. Es wird gerade viel gebaut und
renoviert. Unter anderem wird gerade eine „Infusion Unit“ eröffnet, wo
Infusionen hergestellt werden, weil Einkauf und Transport sehr umständlich und
teuer sind. Von ihren Erfahrungen zu hören und sich über unsere Projekte
auszutauschen war sehr gut. Zufälligerweise fand gleichzeitig auch ein AMREF
Outreach mit einer HNO Ärztin statt, mit der ich mich bei der Gelegenheit auch über
unser Projekt unterhalten konnte.
Nach zwei sehr aufschlussreichen und informativen Tagen
machte ich mich dann wieder auf. Mein nächstes Ziel war unser Projekt in Hanga,
Songea im Süden Tansanias. Songea ist gar nicht so weit weg von Malinyi,
allerdings gibt es noch keine Straße über die Berge (sie befindet sich in Bau).
So ging es denn wieder zurück nach Ifakara, wo ich wieder eine Nacht verbrachte
und mich dann am nächsten Morgen um 11.30h Swahilizeit (also leider 5.30h
unserer Zeit) wieder in den Bus setzte und den langen Weg nach Songea anging…
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| Dar - Ifakara - Lugala |

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