Samstag, 1. März 2014

Etappe 1 und 2: Dar - Ifakara - Lugala


Nach anderthalb Tagen in Dar ging es dann am nächsten Morgen mit dem Bus weiter nach Ifakara. Auf meinem Ticket stand 7 Uhr Abfahrt. Bei der Umrechnung von Swahilizeit in „unsere“ Zeitangabe (hier wird ab Sonnenaufgang gerechnet, d.h. 6 Uhr morgens bei uns ist 0 Uhr Swahilizeit) war dem Ticketaussteller wohl ein Rechenfehler unterlaufen. So erschien ich eine gute halbe Stunde zu spät am Busbahnhof. Glücklicherweise gab es Verzögerungen und ich und mein Gepäck konnten den Bus dank eines flinken Gepäckträgers noch erreichen. Bei aller anzutreffenden Gemütlichkeit im sonstigen Alltag,  verstehen die Busfahrer und Begleitpersonal der Fernbusse keinen Spaß, verbreiten bei Ein- und Ausstieg sowie Pausen geradezu unglaubliche Hetze und werden ganz schön ungeduldig, wenn man etwas langsam ist.

So saß ich dann schließlich in einem Bus der schlechteren Sorte und musste mich selbst im Sitzen gut festhalten um bei Schlaglöchern und Bremshügeln nicht vom Sitz zu fliegen. Die Fahrt führt von Dar über Morogoro, ein Stück durch den Mikumi Nationalpark (wo Zebras, Giraffen und Antilopen vom Bus aus zu sehen sind) und dann von der Hauptstraße ab nach Ifakara. Es geht eine ganze Zeit lang über ungeteerte Straßen (was das Fahrttempo nur leicht beeinträchtigt) durch viele Dörfer und den „Busch“ bis man dann plötzlich wieder Teer unter den Reifen hat und in der Oase Ifakara: relativ belebt, mehrere Straßen, Geschäfte, Restaurants und Gästehäuser sowie auch einem Krankenhaus. Mein eigentliches Reiseziel war aber Lugala. Allerdings war das an diesem Tag nicht mehr zu erreichen, da die Straße zur Regenzeit, die nun langsam beginnt, schlecht befahrbar ist und die Fahrt dann zwischen vier und sechs Stunden dauern kann (oder auch noch länger, so Gott will…).

So wurde ich am Busbahnhof in Ifakara freundlicherweise von Sandra von PSF Schweiz empfangen, die in Lugala ein Projekt haben. Lugala ist auch eines der Krankenhäuser im AMREF Outreach, weshalb die Apotheke auch auf unserer Liste steht. Da keine Notwendigkeit zu zwei ähnlichen Projekten an gleicher Stelle besteht, hatte ich die Schweizer Gruppe kontaktiert und wurde eingeladen, mir die Arbeit dort anzuschauen. Lugala ist wohl das abgelegenste Krankenhaus, das ich bisher besucht habe. Die Fahrt von Ifakara führt mit einer Fähre über den Kilombero River und dann nochmal etwa 150km über ungeteerte Straßen und durch viele kleine Dörfer. Lugala selbst besteht eigentlich nur aus dem Krankenhaus und den dazugehörigen Häusern der Angestellten. Der nächste Ort Malinyi besteht aus drei Straßen, immerhin ein paar kleinen Geschäften (mit sehr limitierter Auswahl), einem Markt (mit ebenfalls limitierter Auswahl) und sogar zwei Bars ist 3km entfernt. Es erscheint einem wie ein kleiner Mikrokosmos dort.

Seit 2011 ist PSF Schweiz hier aktiv. Sie arbeiten ebenfalls an der Verbesserung des Lagermanagements, u.a. auch mit der Einführung einer Software. Diese ist nun seit einigen Monaten in Betrieb und wird von den Mitarbeitern gut angenommen. Sandra ist als freiwillige Apothekerin für mehrere Monate vor Ort und arbeitet in der Apotheke mit. Ich begleitete sie einen Tag bei der Arbeit, nahm am Morgenmeeting der Ärzte teil und besuchte die verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses. Es wird gerade viel gebaut und renoviert. Unter anderem wird gerade eine „Infusion Unit“ eröffnet, wo Infusionen hergestellt werden, weil Einkauf und Transport sehr umständlich und teuer sind. Von ihren Erfahrungen zu hören und sich über unsere Projekte auszutauschen war sehr gut. Zufälligerweise fand gleichzeitig auch ein AMREF Outreach mit einer HNO Ärztin statt, mit der ich mich bei der Gelegenheit auch über unser Projekt unterhalten konnte.

Nach zwei sehr aufschlussreichen und informativen Tagen machte ich mich dann wieder auf. Mein nächstes Ziel war unser Projekt in Hanga, Songea im Süden Tansanias. Songea ist gar nicht so weit weg von Malinyi, allerdings gibt es noch keine Straße über die Berge (sie befindet sich in Bau). So ging es denn wieder zurück nach Ifakara, wo ich wieder eine Nacht verbrachte und mich dann am nächsten Morgen um 11.30h Swahilizeit (also leider 5.30h unserer Zeit) wieder in den Bus setzte und den langen Weg nach Songea anging…
Dar - Ifakara - Lugala

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