Freitag, 8. Februar 2013

Das tägliche Leben



Mein Büroplatz
Nach zwei Wochen hier stellt sich langsam fast ein wenig das Gefühl eines Alltags ein. Morgens werde ich von Frederick, einem der Fahrer von AMREF abgeholt (und nachmittags auch wieder zurückgebracht). Ich habe einen vorläufigen Büroplatz bekommen, an dem ich mich ausbreiten kann (incl. eigener Thermoskanne Tee vormittags und nachmittags). Im Lager helfe ich beim Vorbereiten der Outreach Reisetaschen und verfolge die Reiserouten der Ärzte im Funkraum mit. Schon nach ein paar Tagen penibler, zigfacher Dokumentation aller Warenbewegungen auf Blöcken und in Ordnern freue ich mich umso mehr auf die Einführung der Software, die den bisher gut geführten aber langwierigen Vorgang doch deutlich vereinfachen wird. Ab nächster Woche geht es mit dem Test im Lager los. Dafür müssen wir uns noch eine Lücke zwischen dem täglichen Geschäft freischaufeln, um in Ruhe alle Daten eingeben und abgleichen zu können. Das Outreach Programm läuft auf Hochtouren. Diese Woche wurden Krankenhäuser im  Norden Kenias angeflogen, nächste Woche geht es nach Tansania, dann ist wieder Kenia an der Reihe. 

 
Die Vorbereitungen in der Apotheke
Die Dokumentation

Eine Besonderheit in der Abwicklung der Bestellungen und Lieferungen hier ist, dass bei einer Anforderung von einer Klinik oder einem Arzt nicht einfach auf das Hauptlager, das die Lieferungen annimmt, zurückgegriffen werden kann. Zur Erhöhung der Transparenz wird ein Zwischenschritt eingebaut: die "Apotheke". Die im Moment dort arbeitende Krankenschwester fordert speziell die Sachen aus dem Lager an, die für die Einsätze gebraucht werden, packt alles ein und gibt sie an das Outreach Team weiter. Diese zunächst etwas umständlich anmutende Vorgehensweise wird nicht nur bei AMREF gepflegt, sondern ist verbreitet und wird z.B. auch beim Großhandel, den ich im September besichtigen konnte, so durchgeführt. Korruption ist leider ein hochaktuelles Thema, dem auf verschiedene Weise versucht wird beizukommen.

Zu meinem Alltag hier gehört natürlich auch eine Mittagspause, die ich meist auf dem geschäftigen Gelände des Wilson Airports in direkter Nachbarschaft zum Nairobi Nationalpark verbringe. Der Wilson Airport ist neben dem internationalen Jomo Kenyatta Airport der zweite Flughafen der Hauptstadt, nur etwas kleiner. Hier ist aus logistischen Gründen die Outreach Zentrale von AMREF angesiedelt. Der Wilson Airport ist hauptsächlich Ausgangspunkt von Safaris und vieler Inlandsflüge. Im Dröhnen der Motoren suche ich mir täglich ein Plätzchen in einem der Imbisse oder im Coffee Shop des Air Kenya Terminals und lasse zwischen Flughafenpersonal, Piloten, Pilotenschülern, Passagieren den Charme der Propellermaschinen auf mich wirken, genieße einen frischen Fruchtsaft und probiere mich durch die afrikanische Küche.

 

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